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Weinverkostung mit Miguel Torres in München

von Nico Meisner
Miguel Torres Weinverkostung Käfer

Miguel Torres bei Käfer

Das man einen Miguel Torres in München sieht kommt sicher nicht so oft vor. Umso erfreulicher dabei ist es, wenn man zu solch einem Anlass eine Einladung zu einer von ihm persönlich moderierten Verkostung bekommt.

Diese fand im passendem Rahmen bei Feinkost Käfer statt. Gleich zum Anfang gab es dabei eine Überraschung. Miguel Torres spricht gut Deutsch. Er mit einer Deutschen verheiratet, was er während der Verkostung als „beste Entscheidung seines Lebens“ bezeichnete.

Aber schön der Reihe nach. Der Name Torres steht für ein weltweit tätiges Weinunternehmen, das mittlerweile zum zweiten mal hintereinander den Titel „World´s most admired wine brand“ verliehen bekommen hat. Das ist eine Auszeichnung die von einer Jury von über 200 Experten, darunter Top Sommeliers und Journalisten, von der Zeitschrift Drinks International vergeben wird. Französische „Big Names“ wie Château d`Yquem (5), Margaux (8) und Latour (13) müssen sich dahinter einreihen.

Moment, wird sich jetzt mancher Weinliebhaber denken. Torres steht ja jetzt nicht unbedingt primär für High-End Weine, sondern auch oft für günstige „Viña Sol“ Weine, die man so gut wie überall bekommt und wo die Einkäufer der Grossabnehmer sicher mit dem Importeur bei Preisverhandlungen intensiv über die letzte Nachkommastelle verhandeln. Aber, so haben wir gelernt, zählt bei dem Award nicht nur eine gleichbleibende hohe Qualität der Weine insgesamt, sondern auch Faktoren wie die Erfüllung der Bedürfnisse und des Geschmacks der verschiedenen Zielgruppen. Und gerade die Zielgruppe der Weintrinker ist ja alles andere als homogen.

Aber soweit so gut. Aber bei dieser Weinverkostung war eher ein Publikum anwesend, das man mit Weinen der höheren Qualitätsstufe überzeugen muss. Der ebenfalls anwesende Kommunikationschef von Torres, Christoph Kammüller, brachte es mit dem zu München passenden Vergleich mit der 5er und der 7er Serie von BMW auf den Punkt, welche Weine man aus dem Produktsortiment von Torres hier zu erwarten hatte.

Da primär Weinhändler anwesend waren, gab es zunächst einige Weine in der mittleren Preisklasse, die so auch im Handel erhältlich sind. Hiervon sind uns zwei besonders aufgefallen:

Da war zunächst der Gran Sangre de Toro 2011 Reserva. Auf der Suche nach einem hochwertigen alltagstauglichem, perfekt ausbalancierten Spanier in einer moderaten Preisklasse? Diese Anforderungen trifft dieser Wein auf den Punkt.

Dann war da noch der Salmos 2012 aus dem kleinen, aber feinen spanischen Priorat, Kataloniens ältester Weinbauregion, die für sehr dunkle und konzentrierten Rotweine steht. Hier gibt es vor allem Dichte, Volumen und Kraft. Egal ob an der Nase, am Gaumen oder im Abgang. Aber alles mit Eleganz.

Nachdem wir mit den Weinen für den Handel durch waren, packte Miguel Torres noch einen drauf mit Flaschen die so nicht mehr im Handel in Deutschland erhältlich sind. Auch hier wollen wir zwei Weine vorstellen.

Da war zum einen der Reserva Real 2006, der „königliche Wein“. Ein sehr hochklassiger „Bordeaux Blend“, der aber (in Anführungsstrichen) „nur“ die sehr hohen Erwartungen erfüllte.

Das ganz ganz grosse Kino kam dann mit dem Mas la Plana 1989. Dieser Wein war 1979 bei der Weinolympiade in Paris die Eintrittskarte für das Weingut in den Olymp der Weinmacher. Eine einmalige und eindrucksvolle Demonstration was man aus einem sortenrein ausgebauten Cabernet Sauvignon machen kann. Chapeau! Eine Offenbarung.

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