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La Font d’Estévenas 2010

von Jörg Uwer

La Font d'Estévenas 2010

Weingut: Domaine Alary
Rebsorten: Grenache, Syrah
Region: Cairanne / Côtes du Rhône-Villages
Land: Frankreich

Haha, ich finde die Zeit zwischen Halloween und Sankt-Martins-Tag ja irgendwie besonders lustig, da muss man echt nur mal einen Blick in die Medienlandschaft werfen: Horror-Clown Ronald McDonald verkleidet sich wie immer gekonnt als Donald Trump und macht sich berechtigte Hoffnungen auf einen neuen Job als Frauenbeauftragte in Latino-Amerika. Claudia Roth verkleidet sich wie immer wenig gekonnt als der „Der grüne Ulk“ und macht sich vermutlich gänzlich unberechtigte Hoffnungen auf eine neue berufliche Herausforderung als ach so verständnisvolle Schlauenbeauftragte der Regierung des gerüchteweise ja recht Sodomie-affinen „Jung-Ziegfried“ Erdogan. Und die in ihrer Standardverkleidung als adipös-kafkaeske Eifel-Pomeranze breit-wie-langweilende Andrea Nahles macht sich bestimmt ganz dicke Hoffnungen, als sozialistisch-umverteilungsgerechte Sauenbeauftragte in den neuen Edeka-Rewe-Tengelmann-Konsumgenossenschafts-Vorstand unter der Führung von „Schnitzel Schröder“ berufen zu werden…

Deutschland und der Rest der Welt erscheinen dieser Tage wie ein einziges großes Potpourri aus Karnevals-Prunksitzung, ZDF Fernsehgarten und „Fundi“-dominierten Grünen-Parteitagen aus den frühen 80ern…!

Vor diesem Hintergrund erschrecke ich mich selbst mit meiner – hoffentlich temporären – Totalverblödung, da ich bei dem Gang in den Weinkeller sinnentleert „Heute mal ‘ne schöne Drohne von der Rhône!“ denke…

Ich weiß, das ist ziemlich schlecht und vor allem recht einfach strukturiert, aber so denken ja auch nicht wenige etwas stereotyp von einem Côtes du Rhône (-Villages)…und liegen damit doch oft gänzlich falsch! Das wage ich nicht erst, aber erst recht seit der Verköstigung des „La Font d’Estévenas 2010“ der Domaine Alary zu behaupten, denn dieser bietet enorm viel Genuss für enorm wenig Schekel.

Denis Alary betreibt seine 25 ha große Domaine in Cairanne in der zehnten Generation. Er hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Cairanne die wohl renommierteste Gemeinde in der Appellation Côtes du Rhône-Villages wurde (die auch ihren Namen auf dem Etikett zusätzlich anführen darf). Übrigens: Ein „Côtes du Rhône-Villages“ unterliegt im Vergleich zu den „gewöhnlichen“ „Côtes du Rhône“ wesentlich strengeren Bestimmungen, wie z.B. einem maximalen Ertrag von 45 hl/ha, mindestens 12% vol. Alkoholgehalt (der La Font d’Estévenas 2010 zeigte sich hier besonders pflichtbewusst und beorderte davon 14,5% in die Flasche…) und genauen Regelungen hinsichtlich der Ernte (Verbot maschinelle Vollernter) sowie der verwendeten Rebsorten. Darüber hinaus gilt Denis Alary als einer der Pioniere für biodynamischen Anbau in der Region und fungiert als Präsident der Appellation Cairanne.

Alary‘s alte Rebstöcke in Cairanne sind auf einem Plateau hoch über dem Rhônetal gelegen, in denen die Lehm-/Kalkstein-Böden durch die für Cairanne typischen großen Kieselsteine, die „Galets roulets“, geprägt werden und den dichten Rotweinen besondere Gerbstoffe mitgeben. Aus seinen Cairanne-Cuvées (u.a. „Vieilles Vignes“ „La Brunote“, „Le Jean de Verde“) ragt der La Font d’Estévenas sicher nochmals heraus und ist im Jahrgang 2010 besonders gelungen.

Die Cuvée aus je 50% Grenache und Syrah zeigt sich in einem schönen, dunklen Kirschrot mit reichhaltigen Aromen von schwarzen Johannisbeeren und Kirschen, Himbeeren, dazu schwarze Oliven, Kräuter und ein wenig Lakritz und Trüffel. Am Gaumen präsentieren sich schmelzende Tannine mit einer schönen Würze und fruchtigen, aber auch erdigen, lehmigen Noten, die das Terroir widerspiegeln, ergänzt um ein wenig Schokolade.

Der La Font d’Estévenas 2010 hat jetzt den Höhepunkt seiner Trinkreife erreicht, wird aber auf diesem Niveau sicher noch etliche Jahre in bestechender Form verbringen.
Große Klasse für wenig Geld und damit in dieser Zeit ein fantastischer und zugleich günstiger vinophiler Kontrapunkt zu all den gruseligen, uns wahrscheinlich teuer zu stehen kommenden Politik-Karnevalisten…

Geschmack: 4 von 5 Punkten, Preis/Leistung: 5 von 5 Punkten

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