Viñedo Chadwick 2001

Viñedo Chadwick 2001

Juni 21, 2015 Aus Von Jörg Uwer

Vinedo Chadwick 2001

Winzer: Viña Chadwick / Errazuriz
Rebsorten:  Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Carménère
Region: Valle del Maipo
Land: Chile

Eine echt „großartige“ Woche liegt hinter mir…und darauf ist die fast schon Pawlowsche Reaktion des Verfassers am Freitagabend der Gang in den Keller, um den Gaumen mit etwas tatsächlich Großartigem zu verwöhnen…

Auf dem Weg in die Katakomben fällt mir der blöde Witz ein: „Sagt ein Augenarzt zu seinem Patienten: ‚Wir haben die Diagnose: südamerikanisches Augenleiden!‘. Dessen Reaktion: ‚Oh Gott, ich Chile!‘“

…Chile soll es dann also heute sein und das kommt mir auch ganz gut zupass, denn aus dem von Norden nach Süden saloppe 4.300 km langen Landstreifen am Pazifik kommen ganz hervorragende Weine, auch wenn diese hierzulande vielleicht noch nicht so bekannt sind.

Zu den größten (mit einem Gesamtbesitz von über 2.000 Hektar Rebfläche) und zugleich renommiertesten Weingütern Chiles zählt Viña Errazuriz. Das Weingut wurde bereits 1870 von Don Maximiano Errazuriz im Aconcagua-Tal, 100 km nördlich der Hauptstadt Santiago de Chile gegründet. Sein terroirbewusster Wahlspruch war „Vom besten Land der beste Wein“. Heute wird es von seinem Ur-Urenkel Eduardo Chadwick geführt, der dieses Qualitätsstreben weiterlebt. Das Portfolio von Errazuriz umfasst eine breite Spanne von Weinen, die für ihre jeweilige Preisklasse überwiegend qualitativ hochwertig sind.

Wie eingangs schon erwähnt, steht dem Verfasser heute der Sinn nach Extravagantem und daher wird heute der absolute Topwein des Gutes entkorkt: der Viñedo Chadwick aus dem Jahrgang 2001. Dabei handelt es sich um eine Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Carménère, die aus einem 15 Hektar großen Weingarten in einer der besten Regionen des Maipo-Tals stammt. Die Böden von Antumapu eignen sich besonders gut für den Anbau qualitativ hochwertiger Rotweinsorten. Sie umfassen seichte, tonige Lehmschichten, die über einem schotterigen Flussbett angeschwemmt wurden. Das Projekt wird unter der Leitung des Vineyard-Managers Pedro Izquierdo in naturnaher Bewirtschaftung betrieben. Abhängig von der Wuchskraft während der Wachstumsperiode wird der Weinberg in verschiedene Blöcke unterteilt. Weinbauliche Entscheidungen werden innerhalb der einzelnen Blöcke getroffen, um eine optimale Reife und Einheitlichkeit des Traubenmaterials zu gewährleisten. Die Erträge werden auf maximal 5 bis 7 t/ha beschränkt.

Mit dem Viñedo Chadwick hat Eduardo Chadwick einen „Premiumwein“ zu Ehren seines Vaters Don Alfonso Chadwick Errázuriz geschaffen, der erste Jahrgang war 1999. Er wird für 18 Monate in neuen französischen Barriques ausgebaut.

Der 2001er Viñedo Chadwick präsentiert sich auch im Alter von fast 14 Jahren noch in einem dunklen Kirschrot. Für die Nase hält er ein fantastisches Aromenspektrum aus der für einen Blend aus den Cabernets und Carmenère so typischen Kombination aus Schwarzer und Roter Johannisbeere und grüner Paprika bereit, dahinter auch Aromen von Brombeeren, Leder, Hölzern, Kaffee und Pfeffer.

Am Gaumen bestätigen sich die konzentrierten Cassis-Aromen in Verbindung mit Paprika, die ich zugegeben an großen chilenischen Rotweinen so sehr schätze. Die Tannine sind noch fest, der Wein wirkt eher noch recht jung und hat definitiv noch etliche Jahre vor sich. Der Abgang ist sehr lang (30-45 sec), wie es sich für einen solchen Top-Wein auch gehört.
Der Wein ist „ganz großes Kino“, was leider auch einen hohen Eintrittspreis verlangt. Aber „Chillen in Chile“ mit einem Viñedo Chadwick ist auch etwas ganz Besonderes!

Geschmack: 4,5 von 5 Punkten, Preis/Leistung: 1 von 5 Punkten

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