Luddite Shiraz 2009

Luddite Shiraz 2009

März 24, 2016 Aus Von Jörg Uwer
Luddite Shiraz 2009

Luddite Shiraz 2009

Weingut: Luddite Wines
Rebsorte: Shiraz
Region: Bot River / Walker Bay
Land: Südafrika

Ich hatte in einem meiner letzten Beiträge ja schon angedroht, im Rahmen des Wein-Blogs von meinen neu gewonnenen vinophilen Eindrücken während meiner kürzlich erfolgten Südafrika-Reise zu berichten. Und der Blick in die Karte des „The Harbour Rock“ in Hermanus legte die Entscheidung über den ersten Kandidaten meiner persönlichen Kap-Casting-Show nahe, denn das renommierte Restaurant führt den „Luddite“.

Ich hatte von diesem Wein zwar gehört, musste dann aber zu meinem eigenen Bedauern feststellen, auch rein gar nichts über ihn zu wissen, nicht mal wie man ihn richtig ausspricht. Meine untauglichen Versuche kamen einer misslungenen logopädischen Übung gleich und auch die Nachfrage bei unserem Kellner brachte lediglich eine seltsame phonetische Kombination aus einem norddeutschen Zuhälter und einem älteren Opel-Modell zustande… Aber egal, die unendlichen Weiten des Internets brachten Aufklärung:

„Keine Tricks. Keine Zusätze. Und keine Technik und menschliche Eingriffe, sofern möglich. Dafür umso mehr Natur.“ Mit diesem Credo gründeten Penny und Niels Verburg 1999 ihre eigene Weinfarm an den Hängen der Houw Hoek Mountains im Anbaugebiet Bot River der Weinbauregion Walker Bay, rund 90 Kilometer südöstlich von Kapstadt gelegen. Ihr Name „Luddite“ spiegelt bereits die große Wertschätzung wider, welche die Verburgs handwerklicher Arbeit entgegenbringen. Der Begriff Luddismus bezeichnet eine der großen Wellen des Kampfes englischer Arbeiter, die Anfang des 19. Jahrhunderts gegen drohende soziale Verelendung durch die immer stärkere Industrialisierung demonstrierten und dabei auch gezielt Maschinen zerstörten. Die nach ihrem legendenumwobenen Anführer Ned Ludd benannte Bewegung wurde bis 1814 militärisch niedergeschlagen.

Aber nun zum Wesentlichen: Bereits das Etikett des Luddite Shiraz 2009 ist eigentümlich schlicht und unprätentiös, dafür wird aber jede Flasche handschriftlich nummeriert. Wir kamen in den Genuss der Flasche Nr. 10046/13500.

Der für 24 Monate maßgeblich in französischen Eichenfässern ausgebaute 2009er Luddite zeigt eine tiefe purpurrote Farbe. Das Bouquet ist äußerst vielschichtig mit dunklen Früchten (Brombeere und Kirsche), Kräutern, Gewürzen wie Muskat, Zimt, interessanten Anklängen von Zitrusaromen, aber auch dunkler Schokolade und Teer. Am Gaumen zeigen sich Pflaume und wieder Kirsche, Heidelbeere, Gewürze und Schokolade. Die feinen Tannine sind sehr gut eingebunden, der Wein präsentiert sich kraftvoll und elegant zugleich mit einer ausgezeichneten Länge. Die saloppen 15% Alkohol sind „gut verpackt“ und lassen allenfalls den Konsumenten nach seinem reichlichen Genuss, keinesfalls aber den Wein plump erscheinen. Und angesichts der Klasse des Weins erscheint seine fehlerfreie Aussprache dann ja auch nicht mehr so wichtig…

Geschmack: 4 von 5 Punkten, Preis/Leistung: 3,5 von 5 Punkten

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